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Unternehmen machen keinen Fortschritt bei der Digitalen Transformation

Die jüngste Studie von Dell Technologies zur Digitalen Transformation stuft nur 5% aller weltweit befragten Unternehmen als Digital Leader ein. Gegenüber 2016 hat sich dieser Anteil nicht verbessert. Spielraum für Verbesserungen sehen die Befragten noch in den Bereichen Datenschutz und Cyber-Sicherheit sowie bei der Umsetzung regulatorischer Vorschriften wie der DSGVO.

digital transformationDer DTI (Digital Transformation Index) 2018 verdeutlicht, dass die Digitale Transformation weltweit in vielen Unternehmen noch in den Anfängen steckt: 78% der befragten 4.600 Entscheider wünschen sich, dass die Digitale Transformation in ihrem Unternehmen weiter verbreitet sein sollte. Weltweit glaubt mehr als die Hälfte der Befragten, dass sie in den nächsten Jahren Schwierigkeiten haben werden, die sich ändernden Kundenanforderungen zu erfüllen. Fast jeder Dritte (30%) befürchtet, dass sein Unternehmen den Anschluss verpassen wird. Für die Studie hat Dell Technologies in Zusammenarbeit mit Intel und dem Marktforscher Vanson Bourne Entscheider in 42 Ländern zum Stand der Digitalisierung in deren Unternehmen befragt.

Der aktuelle zweite Teil der Studie zeigt, dass Unternehmen in Schwellenländern nach ihrer Selbsteinschätzung digital am weitesten entwickelt sind, wobei Indien, Brasilien und Thailand an der Spitze stehen. Die Unternehmen in den Schwellenländern sind zuversichtlicher hinsichtlich ihrer Fähigkeit, „eher selbst disruptiv zu sein als disruptiert zu werden“ (53%), verglichen mit nur 40% in den Industrieländern.

„Die Zeit zum Handeln ist jetzt.“

Michael Dell, Chairman und CEO von Dell Technologies

Der DTI wurde nach 2016 im vergangenen Jahr bereits zum zweiten Mal ermittelt. Der Vergleich verdeutlicht nur langsame Fortschritte: Unternehmen haben zu kämpfen, um mit dem rasanten Tempo des Wandels Schritt halten zu können. Während der Anteil der Digital Adopter gestiegen ist (23% gegenüber 14% in 2016), gab es an der Spitze (Digital Leader) keine Fortschritte (5% in 2016 und 2018). Fast vier von zehn Unternehmen (39% gegenüber 47% in 2016) befinden sich noch immer auf den niedrigsten Stufen des digitalen Reifegrads.

„In naher Zukunft muss jedes Unternehmen ein digitales Unternehmen sein, aber unsere Studie zeigt, dass die Mehrheit noch einen langen Weg vor sich hat, sagt Michael Dell, Chairman und CEO von Dell Technologies. „Um von den beispiellosen Möglichkeiten der Digitalen Transformation zu profitieren, ist es notwendig, dass Unternehmen ihre Technologie modernisieren. Die Zeit zum Handeln ist jetzt.“

Die Zeit der „Desillusionierung“

Die digitale Reife der befragten deutschen Unternehmen sieht im Einzelnen wie folgt aus:

  • Digital Leader: Bei dieser Gruppe ist die digitale Transformation fest in der Unternehmens-DNA verankert. Ihr gehören heute nach eigenem Bekunden nur 6% der befragten Unternehmen an. 2016 waren es 5%.
  • Digital Adopter: Diese Unternehmen verfügen bereits über einen ausgereiften Transformationsplan und entsprechende Investitionsmittel. 2018 sind es 21% gegenüber 15% vor zwei Jahren.
  • Digital Evaluator: Sie tasten sich noch behutsam an die Transformation heran und planen zugehörige Initiativen und Investitionen für die Zukunft. 2018 gehören dieser Gruppe 31% der Unternehmen an, 2016 waren es noch 35%.
  • Digital Follower: Sie haben bislang kaum Investitionen in die Digitalisierung getätigt. Ihre Zukunftspläne haben noch einen sehr vorläufigen Charakter. Dieser Gruppe gehören derzeit 33% der Unternehmen an und damit fast genauso viele wie vor zwei Jahren (32%).
  • Digital Laggard: Diese Unternehmen stellen die Nachzügler der digitalen Transformation dar. Sie haben keinen dedizierten Digitalisierungsplan und stellen auch praktisch keine Investitionsmittel bereit. Sie machen 2018 9% aus – gegenüber 13% im Jahr 2016.

Die Ergebnisse deuten auch darauf hin, dass Entscheider sich in einer Art „Desillusionierung“ befinden, wobei 91% durch dauerhafte Hindernisse eingeschränkt werden. Die fünf größten davon sind:

  1. Datenschutz und Cyber-Sicherheit (34%; befand sich 2016 auf Platz 5)
  2. Unzureichende Budgets und Ressourcen (33%)
  3. Fehlende interne Expertise (27%)
  4. Regulatorische und gesetzliche Veränderungen (27%; befand sich 2016 auf Platz 9)
  5. Eine mangelnde digitale Kultur im Unternehmen (24%).

Fast die Hälfte der Befragten (49%) glaubt darüber hinaus, dass ihr Unternehmen innerhalb der nächsten fünf Jahre Schwierigkeiten mit seiner Glaubwürdigkeit haben wird. Fast ein Drittel (32%) traut dem eigenen Unternehmen nicht zu, dass es regulatorische Vorschriften wie die Datenschutz-Grundverordnung einhält. Jeder Dritte glaubt nicht, dass sein Unternehmen Mitarbeiter- oder Kundendaten wirksam schützt.

Die Entscheider berichteten auch von Prioritäten und Investitionen, um die Digitale Transformation voranzutreiben, darunter eine verstärkte Konzentration auf Mitarbeiter, IT-Sicherheit und IT-Infrastruktur. 46% wollen das Know-how intern weiterentwickeln und allen Mitarbeitern Programmierkenntnisse vermitteln. Investieren wollen die befragten Unternehmen in den nächsten drei bis fünf Jahren vor allem in Cyber-Sicherheit, aber auch in IoT-Technologie, Multi-Cloud-Umgebung und KI.

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