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2019 soll die Transformation pragmatisch werden

Von strategischen Ambitionen gehen Unternehmen zu pragmatischen und präzise umgesetzten Anstrengungen über. Das prognostizieren die Analysten von Forrester in ihrem Technologieausblick fürs kommende Jahr.

Transformation

Große Initiativen wie digitale Transformation und Customer Experience waren 2018 an der Tagesordnung. Viele Entscheidungsträger erkannten jedoch, dass dies mühsame und kostspielige Strategien sind, welche die Führung im Unternehmen in Frage stellen. Die Marken in Europa taten sich schwer damit, Kunden zu begeistern. Die CX-Performance blieb trotz aller Anstrengungen oft unverändert, zudem hat sich mehr als die Hälfte der Anläufe in Sachen digitale Transformation festgefahren.

Für das kommende Jahr stellen die Forrester-Analysten folgende Prognosen auf:

  1. Customer Experience (CX) bleibt unter Beschuss: Unternehmen werden strategische CX-Initiativen aufgeben und auf Methoden der alten Schule zurückgreifen, um kurzfristig Gewinne zu erzielen.
  2. Die Digitalisierung kommt unter die pragmatische Lupe: Initiativen für die digitale Transformation bewegen sich in Richtung einer pragmatische Betrachtung des Investmentportfolios.
  3. Der Unternehmenszweck gewinnt wieder an Bedeutung: Der geschäftliche Zweck wird zu einer strategischen Priorität und dient als strategischer Kompass für Unternehmen.
  4. Die Rolle des Chief Marketing Officer ändert sich: Markenarbeit wird wieder zur obersten Priorität für das Marketing.
  5. CIOs erweitern ihre Rolle: IT-Leiter werden ihren Aufgabenbereich erweitern, um ein Modell zu entwickeln, das technologieorientierte Innovation in Kundennutzen umsetzt.
  6. Künstliche Intelligenz wird zum Fundament: Unternehmen werden ihre KI-Fähigkeit ausweiten, um von den Vorteilen der Technologie zu profitieren.
  7. Security-Spezialisten setzen auf Zero (Trust): In der Sicherheitsarchitektur wird Zero Trust zum Ad-hoc-Standard.
  8. Verbrauchermarken wagen sich ins Baiting: Mehr Marken werden sich im sogenannten Market-Baiting (zu deutsch: Lockvogelwerbung) versuchen. Die meisten werden die Mechanik jedoch falsch einschätzen und minimale Wirkung erzielen.
  9. Outbound-Marketing in der Klemme: B2B-Marketingspezialisten werden sich von allzu stumpfen Outbound-Methoden verabschieden, und sich neu auf die Kundenergebnisse konzentrieren.
  10. Erfahrungswerte der Mitarbeiter (Employee Experience) stehen im Mittelpunkt: Die Entscheidungsträger werden die Bemühungen im Change-Management wieder aufleben lassen und gezielte Initiativen einleiten, welche die breit auf Kultur ausgerichteten Bemühungen von 2018 ablösen.
  11. Roboter automatisieren das Talentmanagement: Vorreiter im Talentmanagement werden die Automatisierung nutzen, um dem Engpass an qualifizierten Mitarbeitern zu begegnen.
  12. Investoren ändern die Venture Capital-Vergabe: Geldgeber fahren Investments für Martech (Marketing Technology) und Adtech (Advertising Technology) herunter und finanzieren stattdessen branchenspezifische Initiativen.
  13. Blockchain macht Werbung transparent: Die Blockchain-Technologie wird den Werbetreibenden aufzeigen, wie ihr Geld in der Medienplanung ausgegeben wird, wo Verschwendung stattfindet.
  14. Internet of Things (IoT) macht ernst: Das Internet der Dinge gewinnt im B2B-Bereich an Akzeptanz, kann jedoch im B2C-Bereich weiterhin nur mühsam Fuß fassen.

Die Forrester Prognosen für 2019 sind hier kostenlos als Download verfügbar. Jürgen Frisch

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