ERP

Hängen SAP und Microsoft Anwender ab?

Cloud first, cloud only, hybride Betriebsmodelle – ohne Cloud scheint es bei Geschäftsanwendungen nicht mehr zu gehen. Überwog am Anfang Skepsis bezüglich Datensicherheit, Verfügbarkeit und Anpassbarkeit der Cloud, hat sich die Diskussion in Richtung Datenmigration und Nutzung von Big Data, IoT und KI verschoben.

SAP Microsoft abhaengenÜber die letzten drei, vier Jahre hat sich die Wahrnehmung von Cloud-ERP-Software in Deutschland deutlich verändert. Geebnet haben den Weg sicherlich die beiden großen Spieler im Markt. SAP als Marktführer, der nach dem Start von SAP Business byDesign vor fast 15 Jahren als einer der ERP-Cloud-Pioniere gilt, baut seit Jahren das ERP-Portfolio konsequent in Richtung Cloud um, immer in Verbindung mit dem Zauberwort HANA. Dabei überlässt SAP die Wahl des Cloud-Dienstleisters dem Kunden, Microsofts‘ Azure ist genauso möglich wie Amazons‘ AWS oder der Betrieb bei einem der zahlreichen Hoster. Ebenso konsequent geht Microsoft den Weg in die Cloud. Azure ist der neue Hoffnungsträger, konsequent wird die Firma auf Cloud getrimmt. Davon zeugen Angebote wie Office 365 oder Microsoft 365 – ein Paket aus Office-Lösung, Betriebssystem und Security-Anwendungen. Hinzu kommt der Bereich Geschäftsanwendungen, seit 2016 unter dem Oberbegriff Dynamics 365 zusammengefasst.


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Den Cloud-Angeboten gemein ist ein kontinuierlicher Innovationsdruck, der sich in teils monatlichen, üblicherweise mindestens quartalsweisen, Updates widerspiegelt. Um auf Herstellerseite Größenvorteile in den Rechenzentren realisieren zu können, müssen die Kunden möglichst das aktuellste Release einsetzen. Denn sonst haben die Anbieter einen kaum mehr wirtschaftlich zu betreibenden Versionswildwuchs und das Verkaufsargument, immer die aktuellste Version einzusetzen, ist schwer zu bringen.

Doch dieser Zwang, permanent die aktuellste Version zu benutzen, führt zu ständiger Alarmbereitschaft bei Kunden und Partnern. Denn zumindest bei umfangreicheren Updates oder Versionswechseln muss getestet werden, ob die Anpassungen und die Schnittstellen funktionieren. Nebenbei soll die IT-Abteilung auch noch Wertbeiträge zum Geschäftserfolg liefern – unter dem Stichwort Digitale Transformation kommen neue Herausforderungen auf die IT-Abteilung zu, das gesamte Unternehmen wird digitaler.

Auch die Partner der Softwareanbieter geraten durch den Schwenk Richtung Cloud unter Druck. Immer kürzer werden die Release-Zyklen, in denen sie ihre Branchenerweiterungen anpassen müssen, immer höher – die Anforderungen an die Mitarbeiter, nicht nur die eigene ERP-Lösung zu kennen, sondern auch das Zusammenspiel aus beispielsweise Azure, Office und Drittlösungen zu beherrschen.


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Der Einkaufsführer für Microsoft Dynamics 365, NAV, AX, CRM & Add-ons

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Die Marktbeobachter rechnen für die nächsten Jahre mit deutlichen Wachstumszahlen im ERP-Cloud-Geschäft bei eher stagnierenden Umsätzen des Software-Verkaufs. Dieser Weg wird auch nicht umkehrbar sein, weil der Druck von Anbietern wie SAP und Microsoft in Richtung Cloud zu groß ist. Doch die Gefahr besteht, dass die Anwender nach der ersten Euphorie in einen Bummelstreik treten und nicht mehr bereit sind, jedes Update mitzugehen.


Über den Autor

frank-naujoksFrank Naujoks ist seit Juli 2019 bei der Trovarit AG als Managing Consultant im Bereich Business Applications tätig. Davor verantwortete er seit April 2013 bei Microsoft die Vermarktung von Microsoft Dynamics 365 for Finance and Operations in Deutschland.

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