Industrie

SmartFactory as a Service krempelt die Produktion um

Industrie 4.0 und Digitalisierung ermöglichen neue Produktionsmethoden und verlangen nach neuen Geschäftsmodellen. Wie diese aussehen können, zeigen MHP, KUKA und Munich Re in der SmartFactory as a Service.

Industrie 4.0 und Digitalisierung

Das Beratungsunternehmen MHP, der Roboterhersteller KUKA und der Versicherer Munich Re haben in München die SmartFactory as a Service vorgestellt. Dieses Geschäftsmodel soll die Produktionsprozesse der Automobilindustrie in Zukunft revolutionieren. Um das zu erreichen, bündeln die drei Partner ihre Kernkompetenzen: Die roboterbasiert automatisierte Produktion entwickelt KUKA, MHP berät als Digitalisierungsexperte mit dem Closed Loop Manufacturing Ansatz und stellt die Systemintegration sicher. Munich Re komplettiert das Geschäftsmodell mit Risikomanagement und Finanzierungsmodellen.

Digitale Wertschöpfungskette mit durchgängigem Datenfluss

Gemeinsam verfolgen die drei Partner das Ziel, die gesamte Wertschöpfungskette zu digitalisieren, einen durchgängigen Datenfluss in hoher Qualität umzusetzen und bisher unverbundene Bereiche und Systeme des Produktionsentwicklungsprozesses miteinander zu koppeln. Die SmartFactory as a Service soll selbstständig und flexibel unterschiedliche Produkttypen in beliebiger Stückzahl produzieren und somit die Kundenansprüche nach individualisierten Produkten erfüllen.

Die skalierbare Integration von Entwicklung, Produktion und eingebettetem Risiko- sowie Finanzmanagement ermögliche die Realisierung der Synergien entlang der Wertschöpfungskette und versetze produzierenden Unternehmen so in die Lage, von innovativen Nutzungsmodellen bei voller Variabilisierung der Kosten zu profitieren. Dank der der SmartFactory as a Service sollen sich produzierenden Unternehmen auf die Kundenzufriedenheit fokussieren können, ohne periphere Teile der Wertschöpfung, Investitionskosten und Risiken selbst tragen zu müssen. Die flexible Kleinserienproduktion wird so laut Anbieteraussage wirtschaftlich umsetzbar.

Time to market soll um 30 Prozent sinken

Durch die Integration eines durchgängigen und eingebetteten Daten- und Risikomanagements verkürze die SmartFactory as a Service den Produktentwicklungsprozess und straffe Produkts -entwicklung. Die SmartFactory as a Service soll die Markteintrittszeit neuer Produkte um bis zu 30 Prozent verkürzen und so  wettbewerbsentscheidende Kennzahlen für produzierende Unternehmen verbessern. „Die Wandlungsfähigkeit einer Anlage ist wichtiges Kriterium für die Zukunftsfähigkeit der Produktion“, erläutert Till Reuter, Vorstandsvorsitzender der KUKA AG. „Unsere Kunden stehen vor der Herausforderung, flexibel und schnell auf Marktanforderungen zu reagieren. Die SmartFactory as a Service kann dies leisten.“

Auf schnellere Geschäftsabläufe verweist Dr.-Ing. Ralf Hofmann, Vorsitzender der Geschäftsführung bei MHP: „Beschleunigung findet nicht mehr nur in der Produktion statt, sondern in einer geschlossenen Engineering Value Chain – das bedeutet Durchgängigkeit in Daten, Prozesse und Organisationen. Eine kundenindividuelle Massenproduktion mit den Werkzeugen der Serienproduktion.“

SmartFactory als Location für Events und Workshops

In der SmartFactory as a Service im Werksviertel von München können Entscheider die Produktion von morgen live erleben. In Seminaren, Vorträge und Workshops diskutieren Kunden sowie alle Beteiligten des entstehenden Ökosystems die Dimensionen, die das Internet der Dinge für Industrieunternehmen eröffnet. Die Location bietet Raum zum Netzwerken, für den Gedankenaustausch über verschiedene Industrien hinweg sowie für die gemeinsame Entwicklung von Anwendungsfällen neuer Geschäftsideen. Jürgen Frisch

 

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