ERP

Microsoft Dynamics ERP – die Partner müssen mitziehen

Online first – das Motto von Microsoft greift auch auf Dynamics über. Während regelmäßige, je nach Einstellung, automatisch ausgeführte Updates bei Windows und Office seit Jahren zum Arbeitsalltag gehören, müssen sich die Anwender im Geschäftssoftware-Bereich an die hohe Taktzahl jedoch erst noch gewöhnen.

Bis zu acht Einspielungen sieht beispielsweise Microsoft pro Jahr für Dynamics 365 for Finance & Supply Chain Management (das ehemalige Dynamics AX) vor. Besonders entscheidend sind die zum April und Oktober angekündigten großen Updates. Und ganz ignorieren können die Kunden die Updates auch nicht, maximal 3 Runden darf man aussetzen, dann muss aktualisiert werden. Die Kunden scheinen den Weg, durchaus mit leichtem Druck, mitzugehen, Microsoft behauptet, mehr als 90% der weltweit mehr als 2.000 Installationen sind auf der One Version genannten Version, und damit auf dem aktuellen Release-Stand.


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Die Folgen sind für die Anwender, aber auch für die Partner nicht zu unterschätzen. Es werden Kapazitäten für das Testen gebunden, wahrscheinlich reichen die internen Ressourcen nicht aus, um alles unternehmensintern durchzuführen – entsprechend müssen Berater engagiert werden. Noch sind die Erfahrungswerte zu gering, aber 1-2 Tage sollten vorsichtig kalkulierende Unternehmen im Monat für externe Unterstützung schon budgetieren.

Die größte Herausforderung für Microsoft im ERP-Bereich sind die Partner. Abhängig davon, wie schnell die Partnerlösungen, beispielsweise Branchentemplates, auf die jeweils aktuelle Version gebracht werden, und wie schnell die Partner ihre Beratungs- und Implementierungskapazität ausbauen, gestaltet sich das Wachstum. Es ist insbesondere im ERP-Bereich mit einer weiteren Konsolidierung der Partnerlandschaft zu rechnen. So hat sich beispielsweise 2018 Hitachi den Nürnberger Anbieter implexis mit rund 200 Mitarbeitern einverleibt, Sycor hat sich mit Teilen der alten Yaveon verstärkt, im Herbst 2019 schlüpfte alnamic unter das Dach von Avanade. Cosmo Consult ist in den letzten Jahren auf mehr als 1.200 Mitarbeiter weltweit gewachsen und stark in Frankreich, Spanien und Südamerika vertreten.


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„Quo vadis Dynamics ERP?“

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Referent: Frank Naujoks, Trovarit AG

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Für die nächsten 12 bis 24 Monate plant Microsoft einen Ausbau der Funktionalitäten rund um das Mega-Thema Künstliche Intelligenz, nimmt noch mal einen Anlauf in Richtung On-premise-Fähigkeiten, und will ganz generell den Funktionsumfang vergrößern. Microsoft scheut sich, eine langfristige, mehrjährige Roadmap zur Verfügung zu stellen. Obwohl bei keinem Anbieter die Planungen in Roadmap-Dokumenten als verbindlich zu verstehen sind, sondern eine Entwicklungsrichtung vorgeben, erzeugen solche Aussagen ein Stück Sicherheit und Vertrauen in die Absichten des Anbieters. Hier hat Microsoft noch Nachholbedarf. Denn eigentlich sind die Voraussetzungen dank eines umfassenden Produktportfolios und eines Ökosystems aus Partnern und Produkten wie Office und Azure, das aktuell nachgefragte Themen wie Machine Learning, Künstliche Intelligenz und Internet of Things (IoT) bedienen kann. Genau diese umfangreiche Themenkombination macht das Alleinstellungsmerkmal von Microsoft aus. Die Anwender verzichten ein Stück weit auf funktionale Tiefe, gewinnen aber im Bereich der Vereinheitlichung der Technologie. In den Griff bekommen muss Microsoft das Thema Partnerkapazität – zu gering ist die Anzahl an verfügbaren Beratern zur Implementierung insbesondere im ERP-Bereich. Und genau da besteht in den kommenden Monaten und Jahren die größte Nachfrage, denn die aus der Wartung gelaufenen Systeme wollen aktualisiert werden. Und wenn es zu wenig Kapazität auf Seiten der Microsoft-Partner gibt, werden sich die Kunden Alternativen suchen.


Der Autor

frank-naujoksFrank Naujoks ist seit Juli 2019 bei der Trovarit AG als Managing Consultant im Bereich Business Applications tätig. Davor verantwortete er seit April 2013 bei Microsoft die Vermarktung von Microsoft Dynamics 365 for Finance and Operations in Deutschland.

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