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Maschinenbauer hadern mit der Digitalisierung

Da Tools für die Feinplanung fehlen, erwarten Maschinenbauer von der Digitalisierung vor allem ein besseres Produktionsmanagement. Bei der Umsetzung dominieren bislang laut INFORM Ad-hoc-Maßnahmen. Eine übergreifende Strategie fehlt meist.

Industrie 4.0 und DigitalisierungKompetent und zögerlich: „Maschinenbau-Unternehmen sind in ihrem Metier erfindungsreich, und erfolgreich, aber unentschlossen bei der Konzipierung und Umsetzung von Digitalisierungsprojekten“, erklärt Andreas Gladis, Bereichsleiter Produktion beim Aachener Optimierungsspezialisten INFORM. „Während die Produktpalette auch dank digitaler Innovationen technisch weltweit führend ist, fehlt für die Einbindung digitaler Tools in die Prozesssteuerung häufig ein Masterplan, in dem die Ziele und Maßnahmen definiert werden, die tatsächlich auf den Unternehmenserfolg einzahlen.“


Veranstaltung

Erfa „Quo vadis ERP-System“

Der Erfa „Quo vadis ERP-System: Wie gelingt eine Implementierung nahe am Standard?“ sucht am 13.10.2020 in Berlin Antworten auf folgende Fragen:

  • Wieviel Unternehmensindividualität benötigen ERP-Systeme tatsächlich?
  • Wie gelingt die Update-Fähigkeit bei stark individuell angepassten Softwareprodukten?
  • Was sind die Voraussetzungen für eine cloudfähige Lösung?
  • Wie kann die Einführung von ERP-Systemen nahe am Standard gelingen?

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Die Dringlichkeit dieser Thematik ist bei den Unternehmen angekommen, wie die INFORM durchgeführten Studie „Trendreport 2020 für den Maschinen- und Anlagenbau: Eine zukunftssichere Branche in Deutschland?“ zeigt. Danach ist für über die Hälfte der Unternehmen die Digitalisierung ein wirtschaftlich höchst relevantes Thema. Das spiegelt sich auch in den damit verbundenen Erwartungen. An erster Stelle stehen unternehmenskritische Problemfelder wie die Verbesserung der Produktionsplanung, die Steigerung der Termintreue, die Reduzierung von Durchlaufzeiten und die Vermeidung von Materialengpässen. Einen hohen Stellenwert nehmen auch die potenziellen Kosteneinsparungseffekte ein.

Ad-hoc-Maßnahmen ohne übergeordnete Strategie

Das Bewusstsein ist also vorhanden, es hapert jedoch bei der Umsetzung in die Praxis. Statt eines allgemeinverbindlichen Top-Down-Ansatzes gilt in der Regel das individuelle Bottom-up-Prinzip: Digitalisierungsprojekte werden dabei als Ad-hoc-Maßnahmen für singuläre, abteilungsspezifische Probleme aufgesetzt, ohne Bezug zu einer koordinierten, übergeordneten Digitalisierungsstrategie. Als Vorgabe sollte laut INFORM jedoch gelten, dass die Digitalisierung in erster Linie die Produktionsplanung optimiert und damit die Termintreue, die Durchlaufzeiten und die Bereitstellung von Materialien im Unternehmen. Die Werkzeuge für die dieser Maßnahmen Umsetzung seien vorhanden.


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Auch die Planung der hochkomplexen Produktionsumgebungen des Maschinenbaus lassen sich inzwischen dank des Zugriffs auf die ERP-Systeme (Enterprise-Resource Planning) mit mathematischen Algorithmen digitalisieren. Statt nur Teilbereiche des Fertigungsprozesses IT-basiert zu steuern, könne die Produktionssteuerung den gesamten Wertschöpfungsprozess vom Einkauf über Fertigung und Montage bis hin zur Auslieferung optimieren. Mit einer strategisch geplanten Herangehensweise sei es erfolgreichen Pilotanwendern mit gut geschulten Mitarbeitern gelungen, unternehmenskritische Schlüsselwerte wie die Termintreue auf 80 oder 90 Prozent zu steigern. Vorher lag dieser Wert oft jahrelang bei unbefriedigenden 50 bis 60 Prozent.

Die vollständige Studie „Trendreport 2020 für den Maschinen- und Anlagenbau: Eine zukunftssichere Branche in Deutschland?“ steht kostenlos zum Download bereit. Jürgen Frisch

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