ERPSoftware und Technologie

IT-Trends 2018: Risiken und Chancen für Unternehmen

Die Herausforderungen aber auch die Chancen für Unternehmen entstehen und verändern sich immer schneller. Die IT spielt dabei eine zunehmend wichtigere Rolle. Wer frühzeitig die Anforderungen der Business Transformation erkennt, kann sich rechtzeitig darauf einstellen und vorbereiten. IT-Experten zeigen auf, was 2018 auf IT-Leiter zukommt.

Das Internet of Things (IoT) und der 3D-Druck werden erwachsen, Services werden immer mehr zum Umsatzgaranten.

Peter Schulz, Team Manager Presales beim Enterprise-Resource-Planning (ERP)-Anbieter IFS.

1) IoT wird fester Bestandteil des Produktdesigns
Bislang setzten Fertigungsunternehmen IoT-Technologie vor allem ergänzend ein. Fertige Produkte wurden mit Sensoren ausgestattet, um von der Peripherie der Anlagen, Maschinen oder Geräte Informationen über das Internet of Things zu senden. Das wird sich 2018 grundlegend verändern. Fertigungsunternehmen werden die Möglichkeiten des IoT zunehmend von Anfang an einbeziehen und sie zum festen Bestandteil ihres Produktdesigns machen. So wird das IoT zum Gehirn der Produkte avancieren, das über ihren gesamten Lebenszyklus Daten aus ihrem Innersten sendet oder dort empfängt. Auf diese Weise wird das Smart Manufacturing weiter vorangetrieben, Ferndiagnostik und Fernwartung werden optimiert oder Assets und Lagerbestände für effizientere und transparentere Supply Chains nachverfolgt.

2) Servitization nimmt weiter an Fahrt auf
In Zeiten zunehmend umkämpfter Märkte wird die Differenzierung und Kundenbindung für Fertigungsunternehmen immer wichtiger. Den Weg dorthin eröffnet ihnen die so genannte Servitization – also die Ergänzung ihrer Produkte um innovative Services oder sogar die Realisierung komplett Service-orientierter Geschäftsmodelle. Einige Fertigungsunternehmen nutzen bereits erfolgreich Digitalisierungstechnologien, um ihr Angebot zu „servitizieren“. Dazu zählt beispielsweise ein Maschinenbauer, der mit Hilfe des IoT seinen Kunden keine Maschinen mehr, sondern Betriebszeiten verkauft; oder der Möbelhersteller, der sein Angebot um Cloud-Services für Beratungsleistungen erweitert hat; oder der Automobilzulieferer, der nicht länger nur Systeme für einen Automobilhersteller liefert, sondern auf Basis von Big-Data-Auswertungen dessen Ersatzteillager betreibt. Derartige Modelle werden sich 2018 stark verbreiten, sodass schon in wenigen Jahren die meisten Fertigungsunternehmen über die Hälfte ihrer Umsätze durch Services generieren.

3.)Der 3D-Druck wird erwachsen
Ähnlich wie das Internet of Things wird auch der 3D-Druck 2018 in eine reifere Phase eintreten und beginnen, sein volles Potenzial zu entfalten. Bislang wurde diese Technologie vor allem im kleinen Maßstab genutzt, etwa bei der Herstellung von Hörgeräten oder Schmuck. Die größten Hindernisse für einen breiten Einsatz waren bis dato vor allem die zeitaufwändigen Vor- und Nachbearbeitungen und die Tatsache, dass 3D-Drucker nur vergleichsweise kleine Kapazitäten herstellen konnten. Diese Hindernisse werden nun von neuen, hochinnovativen 3D-Druck-Unternehmen zunehmend beseitigt. So hat beispielsweise Stratasys eine Lösung entwickelt, die drei Drucker in einem Stack miteinander kombiniert. Die Lösung ist hochskalierbar, kann 1.500 bis 2.000 Komponenten pro Tag produzieren und erreicht damit eine Wirtschaftlichkeit, die als Katalysator für den Erfolg der 3D-Druck-Technologie wirken wird.

Digitaler Arbeitsplatz wird mit Workplace as a Service agil und skalierbar

Holger Heeren, Business Consultant für IPD NOW bei IP Dynamics
Um Auto zu fahren, muss ich kein Auto mehr besitzen. Nutzen, statt besitzen – neudeutsch „as a Service“ – setzt sich in vielen Bereichen unseres Lebens durch. Auch in der IT, modernen Technologiekonzepten wie der Cloud oder Virtualisierung sei Dank. Software-Lösungen gibt es seit einigen Jahren as a Service. Sie sind Mainstream. Im Bereich Hardware ziehen die großen Hersteller gerade nach. Auch infrastrukturseitig gibt es einige Angebote am Markt. Aber die komplette IT as a Service, das ganze Auto sozusagen, nicht bloß der Motor, die Räder oder der Tank?
Workplace as a Service ist mein Trend für 2018: Der digitale Arbeitsplatz zur Miete, die komplette IT, vom Office-Paket über den Exchange-Server und den Cloud-Speicher bis hin zur Telefonie-Lösung und zur Hardware, auf der das Ganze läuft, inklusive Support und alles zu einem fairen und transparenten Preis-Leistungsverhältnis. Nach solchen IT-Rundumsorglospaketen suchen Mittelständler und Startups händeringend. Denn ohne professionelle IT geht heute fast nirgendwo mehr etwas.

Mit Social Media-Kanäle gekoppelte ERP/CRM-Systeme beflügeln Vertriebsaktivitäten

Bernd Goger, Geschäftsführer Konica Minolta IT Solutions
Schon 2017 wurden Social Media-Kanäle mit Unternehmenssoftware wie CRM und ERP kombiniert, um die Stimmung der Endkunden zu ermitteln. Dies ermöglichen kognitive Services. Auf Basis der so erlangten Erkenntnisse lassen sich Vertriebskanäle entsprechend steuern, beispielsweise indem bestimmte Nutzer gezielt mit Werbung über andere Kanäle angesprochen werden. Dieser Trend wird sich 2018 weiterentwickeln.
Und auch das Internet of Things (IoT) ist zunehmend ein Thema für mittelständische Unternehmen. Da die Rahmenbedingungen wie zum Beispiel Protokollstandards von großen Playern wie Microsoft, SAP und Siemens nun definiert werden, findet IoT auch den Weg in den größeren produzierenden Mittelstand. Fertigungsunternehmen achten bereits heute bei der Neuanschaffung von Maschinen darauf, welche Sensordaten sie aufweisen und welche Daten damit ausgelesen werden können. Insbesondere in den Bereichen Predictive Maintenance und Services eröffnen sich hier Marktchancen. Das IoT geht zudem einher mit der Analyse sehr großer Datenmengen (Big Data). Cloud-Lösungen helfen bei der besseren Nutzbarmachung dieser Daten.

We’re going to see the advancement of micro-factories

Mike Lackey, Vice President of Solution Management, LoB Manufacturing, SAP

At the World Manufacturing Forum recently, three topics kept coming up, which seemed to indicate what we can expect in 2018. 1.) We’re going to see the advancement of micro-factories, small factories that can respond quickly to changes in the supply chain, because they are built on agility, not capacity, and have intelligence and process flexibility. 2.) In academia, there is an emphasis now on educating the right workers for the next generation of manufacturing. 3.) With the advancements in polymeric and metal powders in manufacturing, we’re going to see 3-D printing move from prototyping into MRO and then into production in 2018.

Context Based Workspace Provisioning und Workspace Chatbots / Zero Call Resolution

Oliver Bendig, CEO von Matrix42
Noch nie war es technologisch so einfach, Daten automatisiert zu sammeln und auf ihrer Basis eine bessere Arbeitsumgebung zur Verfügung zu stellen. Die Systeme erkennen unter anderem wo, wann und mit welcher Internetbandbreite ein Mitarbeiter arbeitet und registrieren, welche Applikationen und damit auch welche Lizenzen er wie häufig nutzt. Die Analyse dieser Informationen können die IT-Abteilungen verwenden, um Verbesserungen umzusetzen und den Nutzungskomfort der digitalen und Cloud-basierten Arbeitsplätze zu erhöhen.
Je mehr Vertreter der Generation Z in das Berufsleben einsteigen, desto mehr verändert sich auch die Kommunikation. Speziell junge Mitarbeiter erwarten ganz selbstverständlich, Informationen unstruk-turiert in ein Chatfenster eingeben und daraufhin eine Problemlösung angeboten zu bekommen. Im Idealfall wird das Problem direkt über einen Chatbot gelöst, ohne dass ein Anruf in der IT notwendig ist.

Internet-of-Things (IoT): Das Risiko ist real

Erick Dean, Product Director, IoT, Splunk

In Fragen der Sicherheit birgt das Internet of Things (IoT) ein erhebliches Risiko. Anwender benutzen immer mehr „vernetzte Dinge“ im täglichen Leben. Diese Entwicklung treibt zwar neue Innovationen voran, schafft aber gleichzeitig ein Minenfeld in puncto Sicherheit.

2018 kommt deshalb die Sicherheit für das Internet of Things auf den Prüfstand. Das Cyber-Sicherheitsrisiko wird exponentiell zunehmen, da Menschen, Applikationen und deren Prozesse sowie Unternehmen weiterhin jeden Teil unseres täglichen Lebens und unserer Wirtschaft miteinander verbinden. Jedes vernetzte Objekt öffnet neue Türen in die Privatsphäre, in Unternehmensbereiche sowie in die öffentliche Sicherheit.

Allerdings offenbaren sich dadurch auch neue Schwachstellen, die Hacker ausnutzen können. In Zukunft lassen sich Angriffe nicht nur von öffentlichen Netzen, sondern auch von privaten Geräten wie einem Smartphone oder einem Smart Home orchestrieren. Zwar bleibt die IoT-Revolution spannend. Doch müssen Verbraucher und Unternehmen 2018 auch über die Kompromisse nachdenken. Besonders gilt das für Firmen, bei denen ein Verstoß zu einem schwerwiegenden Vertrauensverlust der Verbraucher führt. Gartner prognostiziert, dass bis 2020 mehr als 25 Prozent der identifizierten Angriffe in Unternehmen IoT-Umgebungen betreffen werden. Währenddessen entfallen jedoch weniger als zehn Prozent der IT-Sicherheitsbudgets auf diesen Bereich. Über diese Diskrepanz sollten Entscheider gründlich nachdenken.

Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) betrifft alle Unternehmen

Neil Stobart, Global Technical Director bei Cloudian

Die DSGVO wird für viele Unternehmen 2018 ein Hauptthema sein. Viele Organisationen haben bei der Erfüllung dieser Vorschriften noch nicht einmal an der Oberfläche gekratzt, und da der 25. Mai unmittelbar vor der Tür steht, werden im nächsten Jahr wahrscheinlich hohe Bußgelder verhängt werden.

Die Herausforderung für Unternehmen besteht darin, die Bedeutung der neuen Vorschriften für sie zu interpretieren und zu verstehen, wie sie die Einhaltung der Vorschriften gewährleisten können. Ich denke, wir werden sehen, dass eine Reihe Unternehmen nach Dienstleistern Ausschau halten werden, die öffentliche Cloud-Dienste in EU-eigenen und regulierten Rechenzentren anbieten und sich von den amerikanischen Anbietern entfernen. Es wird sehr schwierig sein, die Vorschriften einzuhalten und Daten unter dem US-Patriot-Act in amerikanischen Public Clouds zu speichern.

 

hei


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