Software und Technologie

Homeoffice und Videokonferenzen etablieren sich

Corona wird den Arbeitsalltag noch lange beeinflussen. Auch angesichts der schrittweisen Lockerungen bleiben Homeoffice und virtuelle Meetings noch bestehen. Torsten Bechler, Manager Product Marketing Sharp Business Systems, gibt Prognosen für die Zukunft der Büroarbeit.

Home Office

1. Kommunikation schließt künftig soziale Interaktion ein

Noch vor Kurzem haben viele Mitarbeiter Meetings nicht zielführend, sondern als notwendiges Übel empfunden. Das zeigte 2018 eine Umfrage des Bürogeräteherstellers Sharp unter 8.044 Büroangestellten in mittelständischen Unternehmen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Niederlande, Polen, Slowakei und Tschechien. Im Homeoffice hat sich dieses Bild verschoben: Mit der räumlichen Distanz ist der Bedarf an virtuellen Absprachen gestiegen. Es geht nicht allein um Effizienz und Organisation. Die Isolation und allgemeine Verunsicherung haben das Bedürfnis nach sozialem Austausch und Kommunikation erhöht. Viele Angestellte erleben gerade, dass ihre Online-Meetings nicht nur länger dauern als früher, sondern dass sie häufig auf einer sehr viel persönlicheren Ebene stattfinden – und dass das allen Teilnehmern guttut. Klar wird: Bei allem Fortschritt muss der Mensch mit seinen Bedürfnissen stets im Fokus stehen. Dem Faktor Kommunikation sollte daher in Zukunft ein höherer Stellenwert zukommen. Organisations- und Führungskonzepte sind dabei zu hinterfragen.

2. Technologie erfährt steigende Akzeptanz

Die Akzeptanz für digitale Lösungen ist in den vergangenen Wochen sprunghaft gestiegen. In Zeiten der sozialen Distanz können Unternehmen damit ihren Betrieb aufrecht erhalten. Virtuelle Zusammenkünfte ersetzen den momentan eingeschränkten persönlichen Austausch. Nachdem sich unkomplizierte digitale Lösungen bewährt und die neuen Prozesse eingespielt haben, ist auch für die Zukunft mit einem flächendeckenden Einsatz von digitalen Formaten und Videokonferenzen in den Firmen zu rechnen. Mitarbeiter werden diese als selbstverständliche Ergänzung ihres Arbeitsalltags wahrnehmen. Internationale Meetings beispielsweise, bei denen in der Vergangenheit Zeit, Kosten und Emissionen für längere Anreisen der Teilnehmer kaum in Frage gestellt wurden, können künftig im virtuellen Raum stattfinden. Allerdings geht es nicht um ein Entweder-Oder, sondern um ein sinnvolles Zusammenspiel zwischen Präsenzmeeting und virtuellem Austausch.


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3. Home Office ergänzt die Büropräsenz

Noch zu Jahresbeginn wurde in Deutschland vergleichsweise wenig von zu Hause aus gearbeitet. Ein Grund dafür war die Präsenzkultur in den Büros. Die durch die Pandemie erzwungene Testphase zeigt, wie gut das Homeoffice und die virtuelle Zusammenarbeit mithilfe ausgereifter Technologien funktioniert und welche Vorteile sich ergeben: Weniger Unterbrechungen, Zeitersparnis, konzentrierteres Arbeiten. Zugleich zeigt sich, dass Ruhe und Konzentration allein nicht zwangsläufig zu besseren Leistungen und einer höheren Motivation der Mitarbeiter führen. Die wenigsten Menschen finden dauerhaft Gefallen daran, still und isoliert vor sich hin zu arbeiten, der direkte soziale Austausch im Büro ist durch keine virtuelle Konferenz zu ersetzen. Das Büro als „Ort der Begegnung“ wird demnach auch in Zukunft Bestand haben. In den meisten Unternehmen ist jedoch eine Zunahme der Flexibilität zu erwarten: Mitarbeiter werden stärker die Freiheit haben, über ihren bevorzugten Arbeitsort selbst zu entscheiden. Dazu zählen das Homeoffice sowie unterschiedliche Arbeitszonen im Präsenzbüro.

Insgesamt dürften sich nach Corona bereits bestehende Trends in Richtung moderner Arbeitsweisen auf breiter Basis in der Arbeitskultur etablieren. Was in der Vergangenheit zu den größten Herausforderungen für Unternehmen zählte, wird nun nter dem Banner „New Work“ umgesetzt: flexibles und selbstbestimmtes Arbeiten, Austausch und soziale Interaktion auf Augenhöhe sowie das Zusammenspiel von Mensch und Technologie. Moderne Konzepte werden vorangetrieben und bieten ein großes Potenzial für die Zukunft, von dem wir letztlich profitieren. jf


Der Autor

Torsten Bechler, Manager Product Marketing bei Sharp Business Systems

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