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Handelsgeschäfte rüsten sich für den „Digital-Kunden“

Neue Möglichkeiten der Verkaufsunterstützung wie Innen-Navigation, digitale Produktinformationen oder mobile Bezahlung verbessern im stationären Handel das Kundenerlebnis. Weil aber die Zahl der Anwendungsszenarien stetig steigt, wachsen auch die Anforderungen an die WLAN-Netzwerke in Geschäftsräumen. Tipps für die Planung einer zukunftssicheren Infrastruktur helfen diese zu bewältigen.

MODERNE Netzwerkstrukturen werden immer komplexer. Hochsichere Filialvernetzung, drahtlose Kommissionierung und elektronischer Zahlungsverkehr werden vorausgesetzt. Gleichzeitig sind WLAN-Hotspots für Kunden, ESL-Installationen (elektronische Regaletiketten) sowie die Integration externer Dienstleister gefragt. Darüber hinaus steigt die Zahl der Endgeräte, und Trends wie Bring-your-own-Device, Location-based-Services und Multichannel-Modelle stellen Netze vor weitere Herausforderungen.

Viele Handelsunternehmen haben für diese Zwecke bereits WLAN-Verbindungen in ihren Geschäften eingerichtet und stellen diese auch ihre Kunden zur Verfügung. Und es werden laut der Studie des EHI Retail Institute „IT -Trends im Handel“ künftig noch mehr: 21 Prozent der dort befragten Händler planen demnach den Einsatz von Kunden-WLAN. Der T-Systems-Consultant Eike Folkerts bestätigt den Trend aus seiner Praxis: „Wir erheben zwar keine Daten über die Verbreitung von WLAN im Handel, spüren jedoch eine extrem hohe Nachfrage. Vom Discounter über Fashion bis zum Baumarkt: alle haben Interesse.“

Handels-Technologie neuester Stand

Über den neuesten Technologie-Stand können sich Unternehmensverantwortliche aus dem Handel auf der vom 27. Februar bis 01. März 2018 in Düsseldorf stattfindenden EuroCIS 2018 informieren. Dort stellen IT-Anbieter unter anderem neueste WLAN-Lösungen vor und die Netzwerk-Spezialisten zeigen auf der Messe für den Handel auch auf, wie eine zukunftssichere Infrastruktur geplant sein sollte, sodass auch zukünftige Anwendungen betrieben werden können, die möglicherweise erst in drei oder fünf Jahren marktreif sind. Als Beispiele nennt T-Systems-Consultant Folkerts, den Einsatz von Robotern auf der Verkaufsfläche oder im Lager: „Viele unsere Kunden interessieren sich auch für den Einsatz von Drohnen.“

Datenmenge und Antwortzeiten bestimmen Bandbreite

Wer die neuen Möglichkeiten im Ladengeschäft nutzen beziehungsweise anbieten möchte, benötigt dafür allerdings eine solide Infrastruktur.  Denn sollen Datenbank-, Web- und Streaming-Applikationen verzögerungsfrei laufen und kurze Antwortzeiten ermöglichen, benötigen sie eine Bandbreite, die die oftmals riesige Datenmenge bewältigt. Diese bildet aus Sicht von Christian Schallenberg, Mitglied der Geschäftsführung von Lancom Systems, einen zentralen Punkt: „Weil die digitale Entwicklung sowie die Zahl der Endgeräte und Anwendungen immer weiter fortschreiten, muss die Bandbreite so groß sein, dass sie auch künftigen Anforderungen gewachsen ist.“ Derzeit empfiehlt Schallenberg dafür den aktuellsten WLAN-Standard IEEE 802.11ac.

Applikationen definieren die Anforderungen an die Infrastruktur

Obwohl die WLAN-Komponenten immer leistungsfähiger werden, gibt ihnen die Physik die Grenzen vor. Konkret: Die Luft-Schnittstelle ist das Medium, in dem unterschiedliche „Funker“ miteinander in Konkurrenz um die beste Übertragungsmöglichkeit für ihre Daten stehen. Schnelle WLAN-Geräte konkurrieren mit langsamen, neue mit alten Geräten. Geräte, die nur wenige Daten schnell übertragen müssen, konkurrieren mit „Vielrednern“. In speziellen Bereichen des Handels, zum Beispiele dem Smart Home oder dem Musik-Streaming, konkurriert das Infrastruktur-WLAN mit dem WLAN an der Ware.

Der Planung des Funkfeldes kommt große Bedeutung zu

Aus all diesen Gründen kommt der richtigen Planung des Funkfeldes große Bedeutung zu. Jedes WLAN-Netz braucht zu seiner Verwaltung Steuerdaten, den sogenannten Overhead. Das Ziel sollte deshalb sein, so wenige SSIDs wie möglich einzurichten. „Hohe Bandbreiten lassen sich nur in kleinen Funkzellen erreichen, und für Voice und Video muss die Quality-of-Service stimmen“, erläutert T-Systems-Consultant Folkerts.

Internet of Things (IoT): IPfähige Geräte ziehen in die Filiale ein

Die Netzwerkinfrastruktur eines Handelsgeschäftes sollte auch in der Lage sein, verschiedene Applikationen in Form von virtuellen Netzen abzubilden. Online-Anbindungen lassen sich mittlerweile in beinahe jedem elektronischen Gerät in der Filiale finden – sei es der vernetzte Kaffeeautomat oder der Backautomat. Besonders im Hinblick auf eine ganzheitlich vernetzte Filiale, dem Smart Store, kommen neue IPfähige Geräte in die Filiale – zum Beispiel Kühltruhen. Hier lautet das Stichwort Internet of Things (IoT). Die Vernetzung eines Ladens sollte daher universell ausgelegt sein, sodass auch zukünftige Applikationen dasselbe Netz benutzen können. „Dabei ist es wichtig, eine Priorisierung bei der Verfügbarkeit und der Bandbreitennutzung festzulegen“, rät Folkerts, und betont: „Es muss sichergestellt werden, dass Kassen und andere Business-kritische Anwendungen immer funktionieren.“ hei


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