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DSAG und ASUG: SAP S/4HANA nimmt Fahrt auf

SAP ECC wird am meisten genutzt, aber SAP S/4HANA legt zu. Das zeigt eine gemeinsame Umfrage der SAP-Anwendergruppen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA. Skeptiker kritisieren die Kosten, Business Cases und Funktionen.

sap 4hana dsag erp70 Prozent der Mitglieder der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe DSAG setzen S/4HANA ein oder wollen dies bald tun. Beim US-Gegenstück ASUG sind es 55 Prozent. 12 beziehungsweise 16 Prozent sind bereits live. Das zeigt eine gemeinsame Umfrage der beiden SAP-Anwendergruppen über die Erfahrungen mit SAP im Kontext von S/4HANA. Die Gründe, warum noch kein S/4HANA-Projekt umgesetzt wurde, sind bei den ASUG-Mitgliedern die Kosten, der fehlende Business-Case und laufende SAP-ECC-Projekte. Bei den Skeptikern in der DSAG dominieren die fehlende Notwendigkeit für einen Umstieg sowie die Unsicherheit bezüglich der Funktionalitäten. An dritter Stelle steht der fehlende Business-Case.


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SAP Fiori macht ERP-Daten verfügbar

Generell ist S/4HANA überall auf dem Vormarsch. Einen festen Platz in der Planung hat der Nachfolger von SAP ERP bei 69 Prozent der DSAG-Mitglieder und bei 57 Prozent der ASUG-Mitglieder. Trotz der zunehmenden Migrationsplanungen ist aber nach wie vor SAP ECC die am häufigsten eingesetzte Lösung. Sie läuft bei 84 Prozent der Mitglieder der DSAG und 78 Prozent der ASUG-Mitglieder.

Auch die Benutzeroberfläche SAP Fiori gewinnt an Akzeptanz. Rund die Hälfte der ASUG-Mitglieder (57 Prozent) und DSAG-Mitglieder (47 Prozent) nutzt diese aktuell. Weitere 44 Prozent der DSAG-Mitglieder können sich den Einsatz zukünftig vorstellen, im Vergleich zu 22 Prozent der ASUG-Mitglieder.

„SAP Fiori entwickelt sich zu einem interessanten Produkt für die SAP-Anwender“ erläutert Ann Marie Gray, Vice President of Content Strategy and Research bei der ASUG. „Wir gehen davon aus, dass dies zunimmt, wenn mehr Unternehmen den Geschäftsanwendern über S/4HANA den vollen Wert der Daten in ihrem neuen ERP-System liefern.“

SAP Analytics Cloud liefert Zukunftsprognosen

Weitgehend einheitlich ist das Interesse an der SAP Analytics Cloud mit 36 Prozent der DSAG-Mitglieder und 34 Prozent der ASUG-Mitglieder. Integrated Business Planning setzen 13 Prozent der DSAG-Mitglieder ein (ASUG: 20 Prozent). Im Hinblick auf zukünftige Planungen liegt die Lösung in der Gunst der DSAG-Mitglieder mit 32 Prozent fast doppelt so hoch wie bei den ASUG-Mitgliedern (17 Prozent). „Diese Produkte unterstützen die Digitalisierungsbemühungen sowie den Bedarf an Vorhersagen“, erläutert der DSAG Vorstandsvorsitzende Marco Lenck.

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Marco Lenck, DSAG Vorstandsvorsitzender

„In der Corona-Krise haben die Unternehmen erkannt, dass sie künftig flexibler und vorausschauender planen müssen.“

 

Bei Concur, SuccessFactors und Ariba dominieren die USA

Die größten Differenzen zeigen sich im internationalen Vergleich beim Blick auf die Cloud-Lösungen Concur (Reisekostenmanagement), SuccessFactors (Personalmanagement) und Ariba (Procurement). Während die ASUG-Mitglieder bereits zu 58 Prozent auf Concur setzen, sind das bei DSAG-Mitgliedern lediglich 17 Prozent. Bei SuccessFactors sind es 46 Prozent der ASUG- und 23 Prozent der DSAG-Mitglieder. Ariba nutzen 32 Prozent der ASUG-Mitglieder, aber nur 11 Prozent der DSAG-Mitglieder. Laut DSAG überrascht dieses Ergebnis nicht, da die genannten Lösungen alle in den USA entwickelt wurden, bevor SAP sie übernommen hat. Interessant allerdings: Lediglich 12 Prozent der ASUG-Mitglieder, die SuccessFactors noch nicht im Einsatz haben, wollen sich mit der Lösung in Zukunft beschäftigen. In der DSAG sind es mit 30 Prozent mehr als doppelt so viele. „Die Personalmanagementlösung SAP Human Capital Management lässt sich ab 2022 auch integriert in S/4HANA betreiben“, berichtet Lenck. „Das könnte die Zurückhaltung der DSAG-Mitglieder bei SuccessFactors erklären. Andererseits geht die Strategie von SAP klar in Richtung dieser Lösung. Das wiederum könnte ein Indiz dafür sein, dass ein Drittel der DSAG-Mitglieder sich darauf vorbereitet.“

Bei den Anwendern dominieren positive Erfahrungen

Bei der Mitglieder-Einschätzung der SAP nach einem Einführungsprojekt zeigt sich ein einheitliches Bild. Bei 13 Prozent der ASUG-Mitglieder hat sich die Wahrnehmung von SAP durch S/4HANA stark verbessert, bei den DSAG-Mitgliedern sind es 14 Prozent. Kleinere Verbesserungen konnten hier 33 Prozent der ASUG-Mitglieder feststellen, aber nur 26 Prozent der DSAG-Mitglieder. Insgesamt schätzen 11 Prozent der DSAG-Mitglieder (ASUG:17 Prozent) das System als sehr positiv ein, 40 Prozent der DSAG-Mitglieder (ASUG: 41 Prozent) als eher positiv.

Bei der Frage, wie SAP das Kundenerlebnis verbessern kann, steht bei den ASUG-Mitgliedern die Support-Beständigkeit und -Verfügbarkeit, gefolgt von vertiefter Ausbildung und mehr Schulungsmaterialien sowie dem Wunsch nach einem anwenderfreundlichen Erlebnis auf den ersten Plätzen. Den DSAG-Mitgliedern hingegen sind vorrangig ein besseres Produkterlebnis, eine bessere Integration sowie eine bessere Informations- und Kommunikationsstrategie von SAP wichtig. Die Befragten aus beiden Lagern wünschen sich weniger Anpassungsaufwand. Was im Umkehrschluss laut DSAG heißt: mehr Standard.

Bei der Integration muss SAP nachbessern

Die Integrationsfähigkeit von S/4HANA mit Third-Party-Applikationen beurteilten lediglich 3 Prozent der DSAG-Mitglieder (ASUG: 7 Prozent) mit „sehr gut“, bei der Integration mit anderen SAP-Lösungen sind es 6 Prozent (ASUG: 27 Prozent). „Die DSAG hat bereits mehrfach betont, dass die Anwender eine Integration zwischen SAP-Lösungen als selbstverständlich erwarten“, berichtet Lenck. SAP arbeite daran, diese Integration zu verbessern. 92 Prozent der DSAG-Mitglieder, die sich bereits für S/4HANA entschieden haben, planen ein derartiges Projekt innerhalb der kommenden fünf Jahre. Bei den ASUG-Mitgliedern liegt die entsprechende Quote bei 98 Prozent.

Vorreiter bei S/4HANA sind die Finanzabteilung und der Vertrieb

Bei den Geschäftsbereichen, die vorrangig von S/4HANA profitieren sollen, liegt der Finanzbereich sowohl bei der DSAG mit 76 Prozent als auch bei der ASUG mit 80 Prozent an erster Stelle, gefolgt von Verkauf und Vertrieb mit 54 Prozent bei der DSAG und 52 Prozent bei der ASUG. Die größte Diskrepanz besteht beim Supply-Chain-Management. Das hat bei 50 Prozent der ASUG-Mitglieder höchste Priorität, aber lediglich bei 39 Prozent der DSAG-Mitglieder.

Keine Auswirkungen auf die bestehenden Geschäftsprozesse durch die S/4HANA-Einführung erwarten 59 Prozent der ASUG-Mitglieder, aber nur 13 Prozent der DSAG-Mitglieder. Auf Geschäftsprozesse wirkt sich die Implementierung dieser Lösung bei 74 Prozent der DSAG-Mitglieder und 13 Prozent der ASUG-Mitglieder aus. An vorderster Stelle nennen die Befragten Standardisierung und Change-Management. „Die Geschäftsprozesse der Mitglieder aus beiden Anwendergruppen dürften sich nicht grundlegend unterscheiden“, kommentiert Lenck. „Die Diskrepanz dürfte sich daher mit der Unternehmenskultur begründen lassen.“

Laut der Umfrage ‚ASUG Pulse of the SAP Customer Study 2020‘ ist die Standardisierung von Geschäftsprozessen einer der drei wichtigsten Gründe, warum die ASUG-Mitglieder auf SAP S/4HANA umsteigen. Das Neugestalten von Geschäftsprozessen im Rahmen der Migration hat für die ASUG-Mitglieder laut Gray hingegen eine geringere Priorität.

Eine Basis für schnelle Innovationen

Unternehmen, die S/4HANA bereits einsetzen, erachten in beiden Anwendergruppen eine bessere Performance und eine bessere Basis für schnelle Innovationen als wichtig. Die Optimierung von vorhandenen Geschäftsprozessen steht bei 63 Prozent der DSAG-Mitglieder ganz oben, aber nur bei 38 Prozent der ASUG-Mitglieder. Ähnlich das Bild bei der Entfernung von unnötigem Code. Darin sehen nur 19 Prozent der ASUG-Mitglieder einen Nutzen, aber 41 Prozent der DSAG-Mitglieder. „Eventuell stand bei den ASUG-Mitgliedern eher die rein technische Umstellung auf S/4HANA im Fokus“, vermutet Lenck. „DSAG-Mitglieder hingegen nutzen eine Neuimplementierung oder auch eine Migration häufig dazu, das System von Altlasten zu säubern.“

Auch negative Einschätzungen äußern die befragten Unternehmen zu S/4HANA-Projekten: Jeweils 48 Prozent der ASUG- und DSAG-Mitglieder, die S/4HANA bereits eingeführt haben, fanden den Prozess komplexer als erwartet. Der größte Unterschied ergab sich bei den Funktionalitäten. Hier stellten 37 Prozent der DSAG-Mitglieder einen Mangel fest. Bei den ASUG-Mitgliedern äußern diese Kritik lediglich 18 Prozent.

Die erwarteten Coding-Probleme fallen aus

Interessant sind in diesem Zusammenhang die erwarteten und tatsächlich eingetretenen Schwierigkeiten. Von den DSAG-Mitgliedern hatten 50 Prozent (ASUG: 61 Prozent) Probleme bei der Bereinigung der benutzerdefinierten Codes erwartet, aber lediglich bei 26 Prozent (ASUG: 24 Prozent) hat sich dies bestätigt. 48 Prozent der DSAG-Mitglieder und 36 Prozent der ASUG-Mitglieder fürchteten eine Budgetüberschreitung. Eingetreten ist dies bei 19 Prozent der DSAG-Mitglieder und 23 Prozent der ASUG-Mitglieder.

Insgesamt zeigt sich, dass S/4HANA-Projekte sowohl in Europa als auch in den USA inzwischen sehr häufig geplant und umgesetzt werden. Bei der Akzeptanz der Cloud-Produkte zeigen sich Unterschiede zwischen den DSAG- und den ASUG-Mitgliedern. Einig sind sich die Umfrageteilnehmer wiederum dahingehend, dass die SAP beim Thema Integration mit Third-Party-Applikationen noch nacharbeiten muss. „Die Ergebnisse dieser gemeinsamen Umfrage von ASUG und DSAG sind ein wertvoller Maßstab für alle SAP-Kunden, um den Fortschritt ihrer S/4HANA-Projekte zu messen und festzustellen, worauf sie ihre Aufmerksamkeit richten sollten“, erläutert ASUG-CEO Geoff Scott. „Die SAP erhält Kundenfeedback dazu, was sie bei der Gestaltung, Bereitstellung und Integration von S/4HANA und zukünftigen Software-Releases verbessern sollte“ Jürgen Frisch

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