Software und Technologie

Corona treibt die Digitalisierung voran

Die Förderbank KfW betrachtet die Krise als Chance für mehr Digitalisierung. Eine aktuelle Umfrage deutet allerdings darauf hin, dass kleine Unternehmen in diesem Rennen schnell abgehängt werden könnten.

digitalisierung software modernisierungModernisierungstreiber: Die Corona-Krise wird nach Einschätzung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) der Digitalisierung in mittelständischen Firmen einen Schub geben. In der aktuellen Krise ermöglichten digitalisierte Geschäftsmodelle, Produkte und Prozesse ein Fortführen des Geschäftsbetriebs, der andernfalls vollständig zum Erliegen gekommen wäre. „Viele Unternehmen probieren Homeoffice und virtuelle Zusammenarbeit aus, etablieren in Zeiten geschlossener Läden und Gaststätten einen digitalen Vertrieb oder ersetzen papierbehaftete Arbeitsprozesse durch digitale Abläufe“, erläutert Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der Förderbank KfW. „Manches davon dürfte bleiben und sich nach der Krise verstärken.“


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Investitionen in allen Branchen und Betriebsgrößen

Laut dem Digitalisierungsbericht Mittelstand 2019 der KfW gingen die insgesamt 3,8 Millionen kleineren und mittleren Unternehmen in Deutschland das Thema Digitalisierung zuletzt verstärkt an. Die Zahl der Mittelständler mit abgeschlossenen Digitalisierungsvorhaben stieg von 2016 bis 2018 im Vergleich zu den Jahren 2015 bis 2017 um 380.000 auf rund 1,5 Millionen. Der Trend zur verstärkten Digitalisierung zeige sich im gesamten Mittelstand: Unternehmen aller Größenklassen und Wirtschaftszweige investierten häufiger in den Einsatz neuer oder verbesserter digitaler Technologien für Prozesse, Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsabläufe.

Die jüngste Erhebung der Förderbank basiert auf einer Sonderbefragung im Rahmen des KfW Mittelstandspanels. Diese Umfrage findet seit 2003 bei kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland mit einem Umsatz von bis zu 500 Millionen Euro im Jahr statt. Am KfW Mittelstandspanel 2019 beteiligten sich 10.222 Unternehmen. Die Hauptbefragung lief vom 11. Februar bis zum 21. Juni 2019.

Die Digitalisierungsbudgets stagnieren

Der Wermutstropfen in der Befragung: Die durchschnittlichen Investitionen für entsprechende Projekte stagnierten bei 17.000 Euro pro Betrieb. Insgesamt gaben mittelständische Unternehmen laut KfW 2018 rund 19 Milliarden Euro für die Digitalisierung aus. Das war deutlich weniger als für traditionelle Innovationen (34 Milliarden) oder Investitionen zum Beispiel in Gebäude und Maschinen (220 Milliarden). „Die Masse der mittelständischen Unternehmen vollzieht die Digitalisierung bisher in kleinen Schritten“, resümiert Köhler-Geib.

Kleine Unternehmen könnten den Anschluss verlieren

Spitzenreiter beim Anteil der Unternehmen mit abgeschlossenen Digitalisierungsvorhaben sind laut Studie große Mittelständler mit mehr als 50 Mitarbeitern (67 Prozent). Die ganz kleinen Betriebe mit maximal fünf Beschäftigten kommen lediglich auf einen Anteil von 45 Prozent. Größere Mittelständler investieren im Durchschnitt häufiger und mehr in die Digitalisierung als kleinere Betriebe. Die KfW befürchtet daher über kurz oder lang eine Spaltung, bei der kleinere Unternehmen abgehängt werden.

Unternehmen mit 50 und mehr Beschäftigten investieren laut Befragung der KfW deutlich mehr in die Digitalisierung als kleinere Betriebe. Die Förderbank befürchtet daher eine Spaltung, bei der kleinere Betriebe den Anschluss verlieren.

Auch Branchenunterschiede bleiben bestehen: Während bei den wissensbasierten Dienstleistern wie Mediendienstleister, IT- und Informationsdienstleister sowie Rechts-, Steuer- und Unternehmensberatungen und im Forschungs- und Entwicklungsintensiven verarbeitenden Gewerbe (etwa Maschinenbau, Elektrotechnik oder Chemie) nahezu jeder zweite Mittelständler ein Digitalisierungsprojekt umsetzt, ist es im Baugewerbe nur knapp jedes dritte Unternehmen.

Forschende Betriebe digitalisieren häufig

Unternehmen mit eigener Forschung und Entwicklung sind laut der Befragung wesentlich offener für Digitalisierungsmaßnahmen als andere Betriebe. Sie führen mehr als doppelt so häufig Digitalisierungsvorhaben durch als Unternehmen ohne Forschung und Entwicklung. Investitionsbereite Unternehmen digitalisieren laut Studie besonders häufig den Kontakt zu Kunden und Zulieferern oder sie erneuern ihre IT-Landschaft.

Als besonderes Hemmnis bei der Digitalisierung betrachten die Befragten die Umsetzung von Datenschutzvorgaben. In vielen Unternehmen fehlen dafür die IT-Kenntnisse und die Fachkräfte. Jürgen Frisch

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