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Gestaltung der MES Software Architektur


Die eingesetzten Softwarewerkzeuge in der Produktion zeigen das durch Unternehmens­grösse und Branchenzugehörigkeit bedingte, erwartet heterogene Bild: Eine Dominanz von Standard-Softwarewerkzeugen in den Bereichen ERP bzw. Fertigungsplanung (PPS) (vgl. Abbildung). Die Bereiche Fertigungs- bzw. Werkstattsteuerung, sowie SCM fallen hier bereits deutlich ab. In der Projektplanung setzen die Unternehmen erwartungsgemäss häufig MS-Office Lösungen ein. Der insgesamt geringe Anteil manueller bzw. papierbasierter Lösungen erscheint typisch für die befragten Unternehmensgrössen. Bei der Interpretation ist des Reifegrads zu beachten, dass mit dem Einsatz von Standardsoftware die Verwendung ergänzender manueller oder MS-Office basierter Lösungen nicht ausgeschlossen ist.

 

Reifegrad MES

 

Die am Markt angebotenen MES Software Lösungen besitzen unterschiedliche Funktionsschwerpunkte und unterstützen die MES Aufgaben in unterschiedlichem Masse. Aus Anbietersicht sind die Funktionsschwerpunkte unterschiedlicher MES Software Lösungen durch ihre Historie geprägt. Diesbezüglich sind drei Kategorien zu unterscheiden (vgl. Abbildung):


Im Rahmen der Studie wurde untersucht, inwieweit sich diese Idealtypen der Anbieter in der Anwenderpraxis wieder finden lassen.

 

MES Softwarekategorien

 

Hierzu wurden die Befragten gebeten, die Ist-Architektur der MES Software Lösungen hinsichtlich der Kategorien einzuordnen. 30% der Befragten waren sich in der grundsätzlichen Einordnung unsicher und machten keine oder keine belastbaren Angeben. Dies bestätigt den geringen Verbreitungsgrad von MES Software Lösungen. Darüber hinaus identifiziert die Analyse einen auffällig geringen Anteil an Lösungen der erweiterten Prozessautomatisierung. Dieser erklärt sich durch die Dominanz der Stückgüterhersteller bei den Befragten.

Mit 40% ist der Anteil an Echtzeit-Schnittstellen (d.h. Online) überraschend hoch; in diesen Fällen sollte das Ideal einer Informationsverfügbarkeit gegeben sein. Stichproben ergaben allerdings, dass Unternehmen dieser Kategorie dennoch mit Zeitverzügen kämpfen. Ursache sind manuelle Eingriffe, die aufgrund von Plausibilitätsprüfungen der Daten erforderlich werden und oftmals bis zu einem Tag Zeitverzug verursachen.

Um die Zufriedenheit mit der Ist-Architektur zu bewerten, wurde zusätzlich eine Soll-Architektur abgefragt. Die Gegenüberstellung von Ist- und Soll-Architektur zeigt ein uneinheitliches Bild. Zunächst ist der Anteil der Architekturbewahrer (35%) nur geringfügig höher als der der Wechselwilligen (30%). Die Analyse zeigt zwei Auffälligkeiten:


Die genaue Analyse verdeutlicht die Gründe: Anwender mit Wechselwillen zur ERP Zusatzfunktion zeigen einen deutlich höheren Anteil an Eigenentwicklungen, als die Architekturbewahrer des MES als ERP Zusatzfunktion. Dies deutet darauf hin, dass die Anwender in Wirklichkeit die Eigenentwicklung bemängeln und sich von einer Standardsoftware andere Vorteile versprechen. Stichprobenprüfungen bestätigten diese These.

Das Marktpotential für MES Software Anbieter wird durch die detaillierte Untersuchung der eingesetzten Werkzeuge für die MES Aufgaben bestätigt. Zur Ermittlung der Ist-Situation wurden die jeweils eingesetzten Softwarewerkzeuge den o.g. Kategorien (ERP Software, MES Software, Prozess Software und Eigenentwicklung) zugeordnet. Die Systeme, bei denen keine eindeutige Zuordnung möglich war werden als „sonstige Software Lösung“ dargestellt. „Redundanz / Systemüberschneidungen“ bedeutet, dass die jeweilige MES Aufgabe von mehreren Software Lösungen (unterschiedlicher Hersteller) gleichzeitig wahrgenommen wird. Die Auswertung zeigt:


Bei der Auswertung der verwendeten MES Software Werkzeuge ergab sich ausserdem, dass in etwa zwei Dritteln der Unternehmen MES Software Lösungen von unterschiedlichen Herstellern für die Unterstützung der MES Aufgaben eingesetzt werden: Ca. 30% setzen in ihrem Unternehmen MES Software von zwei Software-Anbietern ein, zwischen 10 und 15% setzen MES Software von drei und ebenso viele sogar MES Software Lösungen von vier verschiedenen Anbietern ein. Hieraus resultieren hohe Anforderungen an die Gestaltung der Schnittstellen

Erwartungsgemäss stehen SAP (knapp 35%) und Eigenentwicklungen (knapp 30%) an den ersten beiden Stellen der am häufigsten eingesetzten MES Lösungen. Darüber hinaus identifizierte die Untersuchung ein breites Spektrum eingesetzter Softwarelösungen.

Eine Korrelation zwischen der Anzahl verwendeter Softwarewerkzeuge und der Ausprägung der Schnittstellen (manuell, batch, Echtzeit) liess sich nicht nachweisen.


Die Gegenüberstellung von Aufgabenbedeutung und Reifegrad der MES Software Lösung  identifizierte keine klaren Korrelationen.

Zwischenfazit